#17.3 Chihiros Reise ins Zauberland: Joe Hisaishi - One Summer Day

Shownotes

Dies ist Part 3 einer mehrteiligen Podcast-Folge. Zur ganzen Folge gehts hier entlang!

Es ist Sommer! Die Zikaden zirpen, der Teer glüht, Blumenkohlwolken hängen hier und da am Himmel. Das ist die Jahreszeit, die irgendwie sehnsüchtig macht, nach Kindheit, nach Freiheit, nach Abenteuer, nach Romanze, vielleicht auch nach fiktionalen Welten hinter unserer Realität. Im Freiluftkino oder Drinnie-mäßig zu Hause, bei halb heruntergelassenen Jalousien. Diese Stimmung fangen wir in der neuen Folge Rausch ein!

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00:00:00: Ja Mirko, ich kenne den Track natürlich.

00:00:02: Ich mag ihn

00:00:02: auch sehr, sehr gerne und das hat sich jetzt beim

00:00:05: abermaligen Anhören nicht geändert!

00:00:07: Ich mag natürlich auch den Film wobei ich gestehen muss dass ich mit dem immer ein bisschen weniger anfangen konnte beziehungsweise zu so Chihiros Reise ins Zauberland Spirited Away immer ein bischen weniger Zugang gefunden habe

00:00:21: als zu manch anderen

00:00:22: Miyazaki oder Ghibli Filmen.

00:00:25: Aber wo ich jetzt doch gerade so ein bisschen daran gescheitert bin ist der Sommer.

00:00:31: Also das ist natürlich eine Track, die hat den Sommer im Namen und am Anfang dachte ich auch so... Das ist ein bisschen einen Abschied vom Sommer irgendwie also da dem liegt schon irgendwie sowas trauriges Da liegt schon irgendwas Trauriges drin in diesem Track.

00:00:49: Ich habe mir am Anfang aufgeschrieben es ist vielleicht einfach ne sehr schöne Wanderung durch die Natur dann aber auch geht aber am Ende noch mal das Orchester los und dann dachte ich, das löst sich wirklich von allem was ich mit diesem Track assoziieren könnte.

00:01:10: Man denkt ja schon immer so ein bisschen drüber nach wenn man den Track hört okay... Was gibt es in meiner Lebenserfahrung?

00:01:24: Musikalisch bebildert vielleicht.

00:01:27: Gibt es da irgendeinen

00:01:28: Equivalent, einen Sommerequivalent?

00:01:31: Was ich damit irgendwie assoziieren kann und da bin ich

00:01:33: so ein bisschen dran geschaltet hat irgendwie

00:01:35: ein klares Bild dafür zu finden oder eine klare Assoziation

00:01:39: abseits des Films selbst?

00:01:41: Wie ist das bei dir?

00:01:43: Das ist natürlich jetzt eine gute Frage.

00:01:45: Ich denke, wenn ich an diesen Track denke, dann natürlich sofort an die Szene.

00:01:48: das ist ja gleich die Einstiegsszene von Chihiros Reise in Zauberland wo Chihiro da auf den Rücksitzen des

00:01:53: Autos liegt

00:01:54: mit so einem Strauß Blumen in der Hand.

00:01:56: sie sind gerade umziehen ihre Familie und sie lässt ihr altes Leben zurück will es aber eigentlich noch gar nicht und fährt jetzt an diesen neuen unbekannten Ort während der Sommer draußen brütet.

00:02:06: und dann diese schwungvolle Musik.

00:02:08: zum Schluss ist dann das Auto, dass immer schneller und schneller dieser neuen Zukunft entgegenfährt die ja doch noch mal kurz durch das Zauberland verhindert oder unterbrochen

00:02:19: oder verschoben wird.

00:02:21: Für mich persönlich

00:02:23: spüre

00:02:24: ich aber also dass es ein Track ist der extrem offen ist vor allem.

00:02:29: Der hat in der Mitte zwar Diese ziemlich eindeutige Melancholie, würde ich sagen.

00:02:35: Aber gerade am Anfang dieses einhändig gespielte Klavier und dazu

00:02:40: diese Synthes

00:02:42: dann auch nie so richtig abgeschlossene Harmonien sondern Melodien die immer im unbestimmten Enden.

00:02:49: für mich hat das so Die Weite, die scheinbar unendliche Weite von Sommerferien.

00:02:55: Es hat für mich alleine auf der Straße rumlaufen.

00:02:58: alle anderen Sitzen gerade irgendwie drin im Schatten vor ihren Ventilatoren.

00:03:02: Man ist die einzige Person weit und breit Und wenn man so die Straße runter guckt flirrt das so vor den Augen und sieht so aus als würde es da qualmen oder rauchen Oder wie eine Vater Morgana.

00:03:15: Es ändert mich daran wie ich als Teenager oder Kind immer in meinem Heimatort längst abgeschaffenen Bahnstrecken entlang gelaufen bin, die dann irgendwann zu einem kühlen dunklen Tunnel führen.

00:03:31: Der auch schon seit Ewigkeiten nicht mehr befahren wird und mich frage wo führen diese Trax...

00:03:36: Diese Railroad-Trax

00:03:37: eigentlich hin wenn ich sie endlos weiterlaufen würde?

00:03:40: Also für mich hat der Track diese Offenheit des Nicht nur der Zeit ... des Sommers, sondern der Sommer ist irgendwie auch ein Ort in der Zeit.

00:03:52: Und dieser Ort ist einfach scheinbar unendlich groß und lässt sich unendlig weit entdecken.

00:03:58: Ist so voller Möglichkeiten... ähm... und gleichzeitig ist er eben oft meistens auch eine Pause dadurch dass wir das alle mit Sommerferien irgendwie auch assoziieren.

00:04:06: Eine Pause vom restlichen Leben.

00:04:08: aber in dieser Pause kann man sich scheinbart endlos verlieren!

00:04:11: Das überträgt dieser Track für mich hier total.

00:04:14: Ob das jetzt ursprünglich daher kommt, dass ich den Film kenne?

00:04:17: Das kann ich natürlich nicht so ganz beurteilen.

00:04:20: Aber... Ich habe hier ganz viele Assoziationen.

00:04:23: und auch zum Schluss bei diesem Schwungvollen, ...das ist für mich eindeutig dann der Fahrradteil des Tracks!

00:04:29: Dass es

00:04:30: sich aufs Bike schwingt und durch die Stadt oder durch die Natur fahren.

00:04:37: Ich finde aber unabhängig davon, dass das auch einfach ein ganz, ganz toller und besonderer Track ist.

00:04:42: Und was ich am allerinteressantesten finde, der kehrt nicht zurück im Laufe des Films.

00:04:48: Shihiro's Reise in Zauberland ist generell ein Film, der interessanterweise überhaupt nicht mit Motiven arbeitet, was Joe Hisaishi sonst... Ja, schon tut.

00:04:57: Wenn ich jetzt zum Beispiel an das Wandel in den Schloss oder so denke, wo ja das

00:05:01: Main Theme

00:05:02: immer und immer wieder gespielt wird hier hört man eigentlich alles nur genau einmal Und trotzdem ist es so extrem charakteristisch.

00:05:10: also Ich habe das Gefühl Es Ist Ein Motiv Für Etwas Aber Es Wiederholt sich Gar Nicht und Das Finde Ich IrGendwie Ganz, ganz verachtlich.

00:05:21: Weil oft stellt sich ja der Ohr vom Charakter von Musik auch durch die Wiederholung

00:05:25: erst ein.

00:05:26: Aber dieser Track ist wirklich weltberühmt

00:05:28: geworden

00:05:29: Vielleicht sogar Joe Hisayishi's bekanntester

00:05:31: Soundtrack

00:05:33: Obwohl er eigentlich eben nur in diesen drei Minuten am Anfang des Films spielt.

00:05:38: Und das muss einen Track auch erstmal schaffen

00:05:42: Voll!

00:05:42: Das war mir so gar nicht bewusst.

00:05:44: aber da hast du natürlich vollkommen recht.

00:05:46: und

00:05:47: ja den Track finde ich natürlich

00:05:49: an sich auch total beeindruckend, also da möchte ich gar nichts gegen sagen.

00:05:53: Ich find' auch deine Assoziation

00:05:56: die du dazu hast, total schön!

00:05:58: Ich glaube es ist halt wirklich eine Verquickung vielleicht eher verschiedener

00:06:02: Sommermomente und Erfahrungen wenn man damit Sachen assoziieren will wie du's gerade auch gemacht hast mit den Spaziergängen und den Fahrradtouren.

00:06:14: Ich muss sagen mein Hirn ist komplett gerüstet.

00:06:28: Ich kann nicht mehr.

00:06:30: Es ist ein toller Track.

00:06:33: und kann ich gerade noch irgendwas dazu ergänzen, was sinnvoll

00:06:37: ist?

00:06:40: Und zwar habe ich, als ich noch mal so ein bisschen rumgegoogelt hab, bin ich auf einen Reddit-Post

00:06:44: gestoßen.

00:06:45: Der hieß why slash how does Joe Hisaishi's One Summer's Day evoke?

00:06:49: such a strong sense of nostalgia?

00:06:52: Ich weiß gar nicht ob dir das jetzt zu ging.

00:06:54: Fandest du es war ein nostalgischer Track für dich?

00:06:57: Naja ist es nur ein bisschen trauriger

00:07:00: Track einfach finde ich.

00:07:02: Deswegen, also für mich war das halt auch irgendwie so ein Abschiedstrack.

00:07:06: Da kann man natürlich auch sagen okay vielleicht ist es auch ein bisschen vom Film aufgeladen weil es dir ja

00:07:10: darum geht dass die ich meine

00:07:13: die ziehen um ne?

00:07:14: Also die fahren ja am Anfang mit dem mit dem vollgepackten Wagen

00:07:18: weg oder fahren sie einfach in den Urlaub?

00:07:20: Nee nee die ziehen Um

00:07:22: Ja!

00:07:23: Also vielleicht ist das wirklich so ein bisschen dieses Zurücksingen zu einem Ort

00:07:28: wo man mal war wohin man jetzt nicht mehr zurückgehen kann.

00:07:31: Das steckt da vielleicht schon ein bisschen

00:07:33: drin, oder?

00:07:34: Und deswegen hatte ich auch

00:07:36: so eine Abschieds-Assoziation.

00:07:38: Weil

00:07:38: dieses ... dieses wiederholte Thema was da irgendwie gespielt wird, dieses ... das ist ja jetzt auch nichts wo man denkt oh, da bin ich gut drauf und feier in der Party!

00:07:53: Das ist ja schon n'n bisschen

00:07:56: schwermütiger... und deswegen

00:08:00: Kann ich das schon irgendwie nachvollziehen,

00:08:01: dass man da ein bisschen melancholisch

00:08:04: nostalgisch würde?

00:08:04: Ich glaube, dass das wirklich nostalgische aufgeladen ist.

00:08:08: Kommt dann auch vielleicht daher, dass viele Menschen

00:08:11: diesen Film in ihrer Kindheit oder Jugend gesehen haben und dann das Ganze noch mal mehr aufgeladen wird wenn man das hört Wenn man jetzt in den zwanziger dreißiger Jahren ist oder so vielleicht.

00:08:24: Ja sicher für dich und mich hat es vielleicht jetzt zwischen schon nostalgischen Qualitäten Unter dem Post ist eine Person auf jeden Fall explodiert, nämlich Sixty-Five

00:08:33: Twin Reverb R.I.

00:08:38: Schau doch an dich und die schrieb Sie haben nicht

00:08:42: zehn Jahre vorhin gesagt, dass das Wort für genau die gleiche Musik verwendet wurde, sogar eine der seltenen

00:08:55: Musik.

00:08:55: Also alles, was somit

00:09:02: so

00:09:03: langsamer ist wie das, sounds oder ist gedacht zu sound nostalgisch zu ihnen und euch in diesem Fall.

00:09:12: Ihr seid schon konditioniert zu hören es als Nostalgie, weil anytime ihr seht ein Nostalgisches Video, hat dieses Kind von Musik

00:09:20: gehabt.

00:09:21: Also mir ist es auch schon aufgefallen, dass irgendwie so eine Wave an Nostalgia

00:09:26: gibt

00:09:27: oder insbesondere für japanische Musik, ich kann mich da vielleicht auch gar nicht so frei von machen.

00:09:33: Vielleicht habe ich mich auch von so einem Hive-Mind anstecken lassen und da hab's einfach geglaubt!

00:09:39: Insbesondere höre ich oft.

00:09:40: It's nostalgia for a time

00:09:43: that I didn't even, wo ich noch nicht mal am Leben war oder die eigentlich gar nicht kenne.

00:09:47: Also irgendwie so ein unbestimmter Wunsch an eine Vergangenheit, die man gar nicht hatte und so.

00:09:52: also... Ich muss zugeben, ich spüre das in mir auch!

00:09:56: Ich spüre es in mich auch.

00:09:58: Ich weiß nicht ob es mir eingeredet wurde vom Internet oder so.

00:10:01: Ich finde das auf jeden Fall ein interessantes Phänomen.

00:10:05: Ja, ich kann das auch irgendwie nachvollziehen und gleichzeitig nicht.

00:10:09: Also ich glaube mir geht es bei

00:10:10: anderen Ghibli-Filmen so.

00:10:12: Bei mein Nachbar Totoro

00:10:13: ist es so dass... Da hat man ein bisschen das Gefühl, man erinnert sich gemeinsam eine Kindheit die man eigentlich

00:10:21: nie hatte irgendwie.

00:10:23: Und da habe

00:10:23: ich das ganz

00:10:24: krass!

00:10:25: Ich hab' das auch ein bisschen bei

00:10:27: der Junge und der Reihe irgendwie

00:10:30: oder auch ein bißchen bei Ponyo Nicht bei Chihiro.

00:10:35: Aber ich hab vielleicht auch einfach nie der Erfahrung gemacht,

00:10:37: dass meine Eltern in Schweine verwandelt wurden und ich erstmal aus so einem magischen Palast entkommen

00:10:43: musste.

00:10:43: Viele andere vielleicht schon.

00:10:45: Ja meine Kindheit war schon so.

00:10:46: ja deswegen wahrscheinlich.

00:10:49: Genau, aber das Gefühl kenne ich!

00:10:53: Aber ich denke mal, dass das auch eher... Vielleicht ist Nostalgie auch manchmal einfach... Also Nostalgie ist immer ein bisschen Sehnsucht zurück Und vielleicht muss eine Sehnsucht zurück sich nicht immer auf etwas beziehen, was auch wirklich ins Zurückliegen derzeit passiert ist.

00:11:09: Sondern auf etwas von dem man sich vielleicht gewünscht hätte das

00:11:12: es passiert wäre.

00:11:14: Das kann ja auch einfach sein.

00:11:16: und

00:11:17: da diese Filme so fantastisch und schön anmuten

00:11:20: und zuabenteuerlich sehen Man sich vielleicht

00:11:22: in einer Welt zurück

00:11:23: in der man das vielleicht gerne erlebt hatte

00:11:25: indem man gerne mit Totoro in seinem

00:11:29: Kleinen Versteck

00:11:30: da gekuschelt

00:11:30: hätte oder der gleichen.

00:11:34: Ja, eine Wunschvergangenheit.

00:11:36: Aber ich denke mal echte Nostalgie ist auch nichts anderes als eine Wunschvergangenheit denn Niemandes Vergangenheit war so toll wahrscheinlich.

00:11:44: aber die Connection zwischen Sommer und Nostalgie Ist mir jetzt bei all diesen Tracks auf jeden Fall auch aufgefallen.

00:11:50: also jeder scheint mindestens zu einer magische Sommer Erinnerungen in seinem Regal stehen zu haben.

00:11:56: und Charlie, ich möchte wissen welche magischen Sommersommererinnerung

00:12:02: präsentierst du uns jetzt

00:12:04: mit deinem nächsten Track?

00:12:07: Es ist auch ein Track für den viele Menschen vielleicht nostalgische Gefühle empfinden.

00:12:13: Den ich aber gar nicht so krass nostalgisch aufgeladen

00:12:16: habe

00:12:19: und der so ein kleines Revival gekriegt hat durch einen Film, der letztens rausgekommen ist.

00:12:24: Er ist noch nicht so alt.

00:12:25: es geht um den Film Saltburn von Emerald Finnell und den Track Time to Pretend von MGMT.

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